Haber 20 Mini Reporter
Neue Boote braucht das Land - kleine Boote, mit denen man jedes noch so flache Ufer ansteuern kann, die leicht zu händeln sind und Wohnkomfort für längere Törns auf Seen und Kanälen bieten.
Eine Wunschkonstellation, die Uwe Hirschmann aus langen Gesprächen mit Kunden und eigenen Erfahrungen entwickelte. Schließlich konnte er die polnische Yachtservice Werft überzeugen und so entstand die Haber 20 Mini Reporter.
Grundlage für das leicht über 6 Meter kurze Boot ist ein flach gehender Rumpf mit gerade 20 cm Tiefgang. Strömungstechnisch entwickelt, um das Boot in absehbarer Zeit auch mit Muskelkraft anzutreiben. Für Kursstabilität sorgen wahlweise 2 Seitenschwerter oder in der motorisierten Version ein Langkiel. Dieser vergrößert den Tiefgang auf gerade mal 35 cm. Damit kann man jeden Strand erreichen.
Auch die Aufbauten gibt es in 2 Versionen. Ein aerodynamisch sinnvoller, flacher Aufbau, um Manpower oder Elektromotor zu schonen oder ein zweistufiger Aufbau, um im Inneren maximalen Wohnkomfort zu erhalten. Letzterer verursacht logischerweise mehr Windwiderstand und macht nur mit einem Außenborder wirklich Sinn. Der muss jedoch kein Kraftprotz sein. In der gefahrenen Version mit 8 PS schob er das Boot entgegen der gemächlich dahinfließenden Havel bei Vollgas mit 11 km/h voran. Vibrations- und geräuscharme Marschfahrt definierten wir bei ungefähr 7,5 Stundenkilometern. Ausreichend, um gemütlich zu cruisen.
Um dann das maximal 1 Tonne schwere Boot im Notfall aufzustoppen, benötigt man knapp eine Bootslänge. Drehen kann man es fast auf dem Teller- ein Vollkreis ist auf eineinhalb Bootslängen, also rund 9 Meter, möglich.
Rumpf und Deck der Haber 20 Mini Reporter sind in stabiler Sandwichbauweise gefertigt.
Trotz des hohen Aufbaus hat man vom Skipperplatz dank der großen Scheiben einen guten Rundumblick über das Boot. Um Doppelreflexionen zu vermeiden, kann das Fenster vor dem Steuerstand aufgeklappt werden. Der Arbeitsplatz des Skippers im achterlichen Bootsteil ist funktional. Die Instrumente sind gut ablesbar. Fußstütze und Sitz lassen sich mechanisch in der Höhe verstellen. Stauraum für Festmacher und Fender ist in der Backskiste und unter dem Cockpitboden vorhanden. An heißen Tagen geht es über die Niroleiter ins Wasser und im Anschluss spendet die Borddusche Frisches aus dem 50 Liter Tank.
Die Nachrichten des Tages kann man im Cockpit oder auch im Salon verfolgen. Ein LCD Monitor mit Schwenkarm macht's möglich.
Der Zugang zum Inneren des Bootes wird mit einer 3fach faltbaren Plexiglastür verschlossen.
Im hohen Salon hat man gigantische 2,38 Meter Stehhöhe. Ein ideales Boot für Basketballer......
Die gefahrene Haber 20 ist mit heller Eiche ausgebaut. Alternativ bietet die Werft Mahagoni oder Kirsche an. Uns gefällt der helle Holzton jedoch gut. Ein sehr sauberes Finish zeugt von professioneller Handarbeit. Das Holz ist 4fach und im Nassbereich sogar 6fach lackiert.
Der Blick hinter das Schaltpaneel beweist auch Präzision bei der Verarbeitung der Schiffselektronik.
Der Boden im Schiffsinneren wurde mit Teppich ausgelegt. Backbordseitig ist im Salon die Pantryzeile untergebracht. Mit zweiflammigem Spirituskocher, 38 Liter fassender Kühlbox und Nirospüle voll ausgestattet. Das Warmwasser wird über die Standheizung geliefert. Die Warmluftheizung sorgt außerdem an kalten Tagen mittels Wärmetauscher für angenehme Temperaturen im Bootsinneren. Viele Schapps bieten ausreichend Raum für allerlei Küchenutensilien und mehr.
Gegenüber der Küche finden auf 2 gut gepolsterten Sitzbänken 4 Personen am Salontisch Platz. Unter den 1,15 Meter langen Sitzbänken gibt es zusätzlichen Stauraum. Der Tisch lässt sich einfach und mit wenigen Handgriffen zur Liegefläche für 2 Personen umbauen.
Geht man weiter in Richtung Vorschiff, reduziert sich die Stehhöhe auf 1,52 Meter.
Ein großer hinterbelüfteter Schrank mit Kleiderstange ist Backbord eingebaut. Gegenüber die Nasszelle. Ein Waschplatz und ein Chemie-WC sind hier Standardausstattung. Das Pump-WC ist optional erhältlich.
Durch die vordere Kabine gelangt man über eine Leiter aufs Vordeck. In weniger als 30 sec. kann man die Leiter wegklappen und erhält dann eine zweite Liegefläche mit einer Länge von 1,96 Meter und einer mittleren Breite von 1,70 Meter. Auch unter der Liegefläche wird jeder verfügbare Zentimeter genutzt. Oberhalb der Liegefläche befinden sich Regale und mit Teppich ausgeschlagene Schapps.
Durch zwei Türen und eine weit aufschwingende Klappe gelangt man bequem aufs Vorschiff. Schleusen- und Anlegemanöver sollten für die Crew also kein Problem darstellen.
Wer gern in der Sonne liegt, kann sich Polster für die Dächer anfertigen lassen. Die sind so gut wie eben und bieten jede Menge Platz zum Sonnenbaden.
Die Mini Reporter zeigt eine mögliche Zukunft im Wassersport auf. Kleine, leicht händelbare Boote, die mit durchdachter Innenausstattung viel Wohnkomfort bieten und dank möglicher ökologisch sinnvoller Antriebe voll im Trend der Zeit liegen. Die Vorstellungen vom Ideengeber Uwe Hirschmann sind Realität geworden.



