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Artikel vom: 09.05.2008

Feeling 39

Die nagelneue Feeling 39 vor der bretonischen Atlantikküste. Das Wetter ist eher rau. Kurze ruppige Wellen stemmen sich dem scharf geschnittenen Bugsteven der französischen Fahrtenyacht entgegen. Aber das scheint das Schiff nicht zu beeindrucken. Seidenweich setzt der Rumpf in das Wasser ein und bügelt die knapp einen Meter hohen Wellen für Skipper und Crew glatt. Mit schnellen fünfeinhalb Knoten entfernt sich die Yacht rasch von der im diesigen Wetter kaum wahrnehmbaren Küstenlinie. Der formstabile Rumpf und die Auswahl der Standardbesegelung sind für ein leichtes Handling gut aufeinander abgestimmt.

Bei der Yacht kommt der Segelspaß nicht zu kurz. Mit dem Schwenkkiel kann man erstaunlich hoch am Wind segeln. Gut 20 Grad Lage schiebt die Yacht dabei zwar recht schnell, behält diesen Wert dann aber kontinuierlich bei. Auch Böen steckt Sie dann mühelos weg.

Die Fahrtenyacht ist das ideale Schiff für Familientörns. Einfache Bedienung und gutes Platzangebot stehen auf der Wunschliste bei Fahrtenyachten ganz oben. Der Traveller ist auf dem Kabinendach angeordnet. Das große rundum geschlossene Cockpit ist klar gegliedert, und die Backskisten unter den langen Cockpitbänken sind geradezu riesig. Leider fehlen im Cockpit Fußleisten zum Abstützen. Dafür kann man sich am hohen Süll gut anlehnen. Und wenn’s mal etwas rauer zugeht, bietet er gemeinsam mit dem hohen Decksaufbau einen guten Schutz vor überkommender Gischt.

Das Ruder könnte etwas größer sein, damit man die Feeling auch von der hohen Kante aus bequemer steuern kann. Zugunsten des großen Platzangebotes im Cockpit wurde das Ruder sehr dicht an der Heckbank platziert. Daran muss man sich erst gewöhnen.

Unter Deck sorgt helles Kirschholz für einen wohnlichen und großzügigen Eindruck. Man fühlt sich sofort heimisch. Alle Einbauten wurden sehr gewissenhaft ausgeführt. An Haltemöglichkeiten mangelt es nicht, so dass man auch bei stürmischen Elementen sicher durch den großen Salon navigiert.

Ein bequemer Skipperplatz erleichtert die Planung des nächsten Kurses. Selbst große Seebären haben genügend Kopf- und Beinfreiheit. Die Instrumententafel bietet Platz für zusätzliche Elektronik – und dank Federschrauben lässt sich diese auch leicht einbauen und warten. Hinter dem Skipperplatz wurde ein Extra-Schrank für nasses Ölzeug geschaffen.

Insgesamt macht die Feeling einen sehr soliden und durchdachten Eindruck. Die Lebensräume sind großzügig bemessen und glänzen mit netten Finessen. Die Verarbeitung ist rundherum gelungen und man fühlt sich an Bord einfach wohl.

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