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Artikel vom: 11.11.2009

Saare 41

Saare – Das ist estnisch und bedeutet in der Übersetzung „Insel“. Und so kann man mit der Saare 41 die Idee von einer eigenen Insel Wirklichkeit werden lassen. Der Name des Fahrtenschiffs im Mittelcockpitdesign entspringt seiner Heimat - Saarema - die größte Insel Estlands. Die dort ansässige Saare-Paat Werft blickt auf eine lange Bootsbautradition, unter anderem für Finngulf, zurück. 2008 wurde dann die erste eigene Yacht entworfen, gebaut und erfolgreich der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Herausforderung an etablierte Mittelcockpiyachten sieht am Kai von Eckernförde ausnehmend schick aus. Harmonische Linien bestimmen den ersten Eindruck. Die Aufbauten des Mittelcockpits fügen sich gut in das Schiffslayout ein. Großflächig verlegte Teakholzflächen künden davon, dass man mit der Saare 41 ins gehobene Segment vorstoßen will. Dazu passen auch so schöne Details wie die verchromten Fallendurchführungen ins Cockpit. Wasserabläufe im Laufdeck, der Elchlederbezug des Steuerrades und die unter Deck verbaute Vorsegelreffanlage.
Alle verbauten Teile zeugen von dem hohen Qualitätsanspruch der Werft an das Schiff.

Bei einer Segelyacht die für lange Törns ausgelegt ist, stehen vor allem die praktischen Erwägungen im Vordergrund. Alle Schoten und Fallen lassen sich aus dem Cockpit heraus gut bedienen. Die Genuaschienen sind auf dem Kajütdach montiert – damit erhält man ein stolperfreies Laufdeck und über den sehr weit innen liegenden Holepunkt einen engen Schotwinkel des Vorsegels.
Eine Segellast im Vorschiff und 2 große Stauräume im Heckbereich bieten genügend Platz um Segel, Festmacher, Hilfsanker und noch vieles mehr zu stauen.

Das Mittelcockpit ist praktisch angelegt. Klappbarer Tisch, genügend Beinfreiheit beim Sitzen und ein hoher Süllrand an dem man sich bequem anlehnen kann. Hinter dem Ruder kann man erhöht sitzen oder bequem stehen. Die Instrumente sind sinnvoll angeordnet und gut ablesbar. Dank der feststehenden Windschutzscheibe hat der Skipper auch bei Schlechtwetter immer den perfekten (Durch)blick über sein Schiff. Nette Details im Cockpit: auf jeder Seite ein Staufach für die Fallen und kleine, in die Sprayhood eingenähte Taschen für Handys oder Handwindmesser.

Das Interior ist gemütlich ohne dabei antiquiert zu wirken. Der auf dem Boden stehende Mast ist komplett verkleidet und fügt sich nahtlos in das Ambiente ein. Die Saare 41 ist für 4 Personen geplant und so ist überall genug Freiraum vorhanden. Die Sitzflächen um den zweiteilig klappbaren Salontisch sind sehr gut aufgepolstert - könnten aber ein wenig breiter sein. Dafür sind aber auch die Rückenlehnen sehr bequem.
Unter Deck finden wir wiedr zahlreiche durchdachte Details: z.B. einen Messstab im Dieseltank – elektrische Anzeigen sollen ja manchmal unzuverlässig sein, oder eine Seewasserpumpe in der Pantry mit der sich bei Ausfall der elektrischen Pumpe auch Frischwasser fördern lässt.

Die lange Pantry ist komplett ausgestattet. In der großen Kühlbox sorgt ein wassergekühltes Aggregat für erquickende Frische. 2-flammiger Gasherd und Stauraum in ausreichendem Maße – uns fehlt es an nichts.

Das gleiche gilt für die Achterkabine – ein großes Bett – der Begriff Koje erscheint uns zu klein – zusätzliche Sitzflächen, Stauräume und bei Bedarf ein Blick nach draußen. Die dazugehörige Nasszelle fällt für das Raumangebot etwas lütt aus – ist aber komplett ausgestattet. Dagegen gibt sich die Nasszelle im Vorschiff luxuriös – mit getrenntem Duschabteil und der Möglichkeit nasses Ölzeug zu trocknen.

Ist das Tuch gesetzt, begeistert die Saare 41 jeden Fahrtensegler. Trotz des lauen Lüftchens am Testtag springt sie schnell an und kommt gut in Fahrt. Es macht Spaß am Ruder zu stehen und das direkt reagierende Schiff zu spüren. Das die Yacht so gut läuft, dafür dürfte neben der hohen Segeltragezahl, der plane Rumpf sorgen. Denn alle Außenventile sind flash eingesetzt. Zusätzlich minimiert der serienmäßige Faltpropeller seinen Widerstand zugunsten des Segelspaßes.

Die Saare 41 – das Erstlingswerk aus Estland ist ein ernstzunehmender Konkurrent für  etablierte Werften, die bisher das Mittelcockpitsegment dominierten. Handwerklich sauber verarbeitet, mit durchdachten Details versehen und außerdem perfekt segelnd – so werden potentielle Interessenten zu einer Probefahrt verführt.
Der für die Serienausstattung verhältnismäßig gute Einstiegspreis von 318.000,- € wird ein Übriges tun, um die segelnde Kundschaft zu locken.      

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